einszueins (20) Julia Ziegler ‚Tirūmu‘

Julia Ziegler

vom 27. August bis 24. Dezember 2022
Gespräch von Christoph Peters, Schriftsteller, mit Julia Ziegler am 29. Oktober 2022 um 17 Uhr.

Foto: Kati Gausmann

Julia Ziegler, 1963 in Frankfurt/M geboren, studierte Malerei an der Hochschule der Künste Berlin und schloss dort, nach einem Studienaufenthalt in Norwegen, als Meisterschülerin ab. Sie ist Mitbegründerin der Berliner Galerie oqbo – raum für wort bild und ton.

In ihrer Arbeit thematisiert Julia Ziegler das Verhältnis von Raumerleben und Seherfahrung, von Materialpräsenz und Illusion und untersucht so auch die Beziehung zwischen Zeichen und Form. Ihr konzeptueller Ansatz ist offen für unterschiedliche Medien, Techniken und Vorgehensweisen: Zeichnung, Malerei und temporäre Installation, Atelier- und ortbezogenes Arbeiten gehen Hand in Hand. Ziegler inszeniert visuelle Wahrnehmungsmomente neu und konzentriert sie in der Abstraktion. Dabei stellt sie das Sehen in den Mittelpunkt: als körperbasierte und dennoch vom Körper losgelöste Tätigkeit, als Potential und als Prozess.

Für die kønigliche Backstube und deren Kunstwand im Verkaufsraum öffnet Julia Ziegler illusionär den Blick in einen weiteren Raum, in das Teezimmer einer Kaiservilla in Kyoto. Sie lässt die Orte verschmelzen, so als könne man hinübergehen, sich auf die Tatamis setzen und Matcha-Tee trinken, während man tatsächlich am Fenster der Backstube sitzend eine Tasse Tee genießt. Julia Ziegler hat als Titel ihres visuellen Eingriffs ein Wort gewählt, das selbst Zeugnis ost-westlicher Begegnung ist: mit  „Tirumu“ ist das englische „tearoom“ im Japanischen heimisch geworden.

einszueins – Kunst in der køniglichen Backstube ist ein Projekt von Kati Gausmann.